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Unternehmensberatung für Kleinunternehmen: Was wirklich sinnvoll ist und wann Sie keinen Berater brauchen

  • Autorenbild: Johannes Riedl
    Johannes Riedl
  • 18. Juli
  • 6 Min. Lesezeit

Unternehmensberatung. Das klingt nach Konzernen, Anzugträgern und Tagessätzen, bei denen einem als Selbstständiger schwindelig wird. Aber brauchen kleine Unternehmen überhaupt eine Beratung? Und wenn ja: Wie erkennen Sie, ob sich das für Ihren Betrieb lohnt? In diesem Artikel bekommen Sie ehrliche Antworten. Inklusive der Situationen, in denen Sie besser keinen Berater beauftragen sollten.



Das eigentliche Problem: Für kleine Betriebe gibt es kaum passende Beratung


Lassen Sie mich mit einer Beobachtung starten, die mich seit Jahren beschäftigt:


Es gibt in Deutschland unzählige Unternehmensberater. Aber erstaunlich wenige, die sich wirklich auf kleine Unternehmen spezialisieren. Also auf Betriebe mit einem, drei oder fünf Mitarbeitern. Auf Handwerker, Dienstleister und Solo-Selbstständige.


Die meisten Beratungen richten sich an den Mittelstand oder an Konzerne. Und die wenigen, die auch kleine Betriebe bedienen, rufen teilweise Tagessätze auf, die für einen kleinen Handwerksbetrieb schlicht nicht darstellbar sind. Wer als Selbstständiger jeden Euro zweimal umdreht, kann und will keine 1.500 € pro Beratungstag ausgeben. Völlig zurecht.


Das Ergebnis: Genau die Unternehmen, die von einem ehrlichen Blick von außen am meisten profitieren würden, bleiben mit ihren Fragen allein.



Warum klassische Beratungsmethoden bei kleinen Betrieben scheitern


Es liegt aber nicht nur am Preis. Es liegt auch an der Methode.


Was in großen Unternehmen funktioniert (oder zumindest üblich ist), passt in den seltensten Fällen zu einem Dreimannbetrieb. Ein paar Beispiele:


  • 50-seitige Präsentationen, die viel Zeit kosten, aber kein einziges Problem lösen.

  • Wochenlange Analysen, bevor überhaupt etwas passiert.

  • Konzepte und "Frameworks" mit englischen Namen, die auf dem Papier beeindrucken – im Alltag eines kleinen Betriebs aber niemandem helfen.


Verstehen Sie mich nicht falsch: Ich habe nichts gegen saubere, strategische Planung. Im Gegenteil. Wer ein Vorhaben durchdenkt, bevor er loslegt, spart sich später viel Ärger. Aber Planung ist ein Mittel zum Zweck. Wenn die Vorarbeit zum Selbstzweck wird, bezahlen Sie am Ende für Papier statt für Ergebnisse.


Kleine Unternehmen brauchen keine Konzernmethoden im Miniaturformat. Sie brauchen jemanden, der zuhört, das Problem versteht und dann eine Lösung liefert, die morgen funktioniert.



Was gute Unternehmensberatung für Kleinunternehmen leisten sollte


Aus meiner Sicht lässt sich das auf drei einfache Punkte herunterbrechen:


  • Einordnung: Was ist bei Ihnen eigentlich das echte Problem? Oft ist das sichtbare Symptom („zu wenig Kunden“, „zu viel Papierkram“) nicht die eigentliche Ursache.

  • Ehrlichkeit: Was lohnt sich für Ihren Betrieb – und was nicht? Ein guter Berater sagt Ihnen auch, wenn eine Maßnahme keinen Sinn ergibt. Selbst wenn er dann nichts daran verdient.

  • Umsetzung: Am Ende muss etwas passieren. Ein Ratschlag, der nicht umgesetzt wird, ist genauso viel wert wie gar keiner.


Sie merken schon: Von „Strategieworkshops“ und „Transformationsprozessen“ ist hier keine Rede. Denn im Alltag eines kleinen Betriebs geht es meistens um sehr konkrete Dinge. Um Zeit, um Überblick und um die Sicherheit, kein Geld für die falsche Lösung auszugeben.



Ein Beispiel aus der Praxis: Der USB-Stick und der Drucker


Damit das Ganze greifbarer wird, ein anonymisiertes Beispiel aus meinem Beratungsalltag:


Eine Kundin arbeitete in einem kleinen Büro und erhielt von einem Außendienstmitarbeiter regelmäßig Dokumente. Diese Dokumente existierten bereits digital auf einem USB-Stick. Aus Sorge, dass der Stick verloren gehen könnte und damit alles weg wäre, wurde der Inhalt jedoch jedes Mal ausgedruckt und in Papierform an das Büro übergeben. Dort wurden die Unterlagen dann von Hand sortiert und weiterverarbeitet.


Sie ahnen es: Das kostete Woche für Woche Stunden. Und das für Dokumente, die eigentlich schon digital vorlagen.


Die Lösung war erstaunlich unspektakulär. Wir haben eine kleine Software entwickelt, die den Inhalt des USB-Sticks automatisch ausliest und per E-Mail an eine festgelegte Adresse versendet. Der Stick bleibt dabei als zusätzliches Backup erhalten – die Sorge vor Datenverlust war also weiterhin abgedeckt. Nur eben ohne Drucker, ohne Papierstapel und ohne stundenlanges manuelles Sortieren.


Kein 50-Seiten-Konzept. Keine wochenlange Analyse. Sondern ein konkretes Problem, eine passende Lösung und ein spürbarer Effekt im Alltag.


Genau das meine ich, wenn ich von Beratung für kleine Unternehmen spreche.



USB-Stick wird in ein Laptop eingesteckt
Digital vorhanden, trotzdem ausgedruckt: Solche Umwege kosten kleine Betriebe jede Woche Stunden.


Wann Sie keinen Unternehmensberater brauchen


Jetzt kommt der Teil, den Sie in den meisten Artikeln zu diesem Thema nicht lesen werden. Es gibt nämlich Situationen, in denen ich Ihnen von einer Beratung abrate:


  • Wenn Sie das Problem selbst klar benennen und lösen können. Manchmal fehlt nicht das Wissen, sondern nur die Zeit oder die Entscheidung, es anzugehen. Dafür brauchen Sie keinen Berater.

  • Wenn Ihr Betrieb aktuell wirtschaftlich am Limit ist. Beratung ist eine Investition. Wenn jeder Euro für den laufenden Betrieb gebraucht wird, sollte eine Beratung sehr gezielt eingesetzt werden – oder warten.

  • Wenn Sie eigentlich einen Spezialisten brauchen. Für konkrete Steuerfragen gehört ein Steuerberater an Ihre Seite, für Rechtsfragen ein Anwalt. Ein guter Unternehmensberater erkennt das und sagt es Ihnen offen.

  • Wenn Sie jemanden suchen, der Ihnen nur recht gibt. Eine Beratung, die alles bejaht, was Sie ohnehin vorhatten, ist rausgeworfenes Geld.


Ein seriöser Berater prüft vor der Zusammenarbeit, ob er Ihnen überhaupt sinnvoll helfen kann. Und wenn nicht, sagt er es Ihnen bevor Kosten entstehen.



Was kostet Unternehmensberatung für kleine Unternehmen?


Reden wir über Geld. Denn die häufigste (und verständlichste) Frage kleiner Betriebe lautet: „Kann ich mir das überhaupt leisten?“


Die ehrliche Antwort: Das hängt vom Anbieter ab. Die Preisspanne am Markt ist enorm. Damit Sie eine konkrete Orientierung haben, lege ich unsere eigenen Zahlen offen:


  • Stundenbasierte Beratung: Bei uns kostet die Beratungsstunde 80 € netto. Diese Form eignet sich für konkrete Fragen, kurze Beratungen oder punktuelle Unterstützung.

  • Feste Einstiegsangebote: Für einen strukturierten ersten Blick von außen bieten wir Analyse-Checks zum Festpreis von 149 € netto an – zum Beispiel den Zeitfresser-Check, bei dem wir gezielt nach Abläufen suchen, die Sie unnötig Zeit kosten. Das Besondere: Beauftragen Sie uns anschließend mit der Umsetzung, wird der Check-Preis vollständig angerechnet.

  • Projektpreise: Größere Vorhaben kalkulieren wir vorab als Festpreis. So wissen beide Seiten von Anfang an, woran sie sind.


Und ganz wichtig: Kurze Telefonate, Rückfragen oder ein schneller Hinweis gehören für uns zum Service. Nicht auf die Rechnung. Denn ein kurzer Tipp ist kein Geschäftsmodell, sondern Teil einer fairen Zusammenarbeit.


Warum ich diese Zahlen so offen nenne? Weil Intransparenz bei Preisen genau die Unsicherheit erzeugt, die viele kleine Betriebe von einer Beratung abhält. Sie sollen vorher wissen, worauf Sie sich einlassen. Fachlich wie finanziell.



Kleinunternehmer kalkuliert am Schreibtisch die Kosten einer Unternehmensberatung mit Taschenrechner und Unterlagen
1.300 € pro Beratungstag sind laut BDU der Marktdurchschnitt – für kleine Betriebe oft eine unrealistische Größenordnung.


Woran Sie einen passenden Berater für Ihren kleinen Betrieb erkennen


Falls Sie über eine Beratung nachdenken – egal ob mit uns oder jemand anderem – hier eine kleine Checkliste. Ein passender Berater für kleine Unternehmen:


  • kennt Unternehmertum aus eigener Erfahrung, nicht nur aus dem Lehrbuch,

  • nennt Ihnen Preise, bevor Sie danach fragen müssen,

  • denkt in kleinen Budgets, ohne klein zu denken,

  • sagt Ihnen auch, wenn etwas keinen Sinn ergibt,

  • und empfiehlt Ihnen jemand anderen, wenn er selbst nicht der Richtige ist.


Wenn Sie hingegen im Erstgespräch mit Fachbegriffen überschüttet werden, ohne dass jemand nach Ihrem konkreten Alltag fragt – seien Sie vorsichtig.



Fazit: Beratung für Kleinunternehmen muss zum Betrieb passen – nicht umgekehrt


Unternehmensberatung ist für kleine Unternehmen weder Luxus noch überflüssig. Sie ist ein Werkzeug. Und wie bei jedem Werkzeug gilt: Es muss zur Aufgabe passen.


Was kleine Betriebe brauchen, ist kein Konzernberater im Miniaturformat, sondern ein verlässlicher Ansprechpartner. Jemand, der zuhört, ehrlich einordnet und Lösungen liefert, die im Alltag funktionieren. Zu Preisen, die für einen kleinen Betrieb realistisch sind.


Wenn Sie gerade ein Thema haben, bei dem Sie nicht weiterkommen – sei es in der Organisation, der IT, den Finanzen oder der Außendarstellung – dann lassen Sie uns doch einfach unverbindlich sprechen. In einem kostenlosen Erstgespräch klären wir gemeinsam, ob und wie wir Sie sinnvoll unterstützen können. Und falls nicht, sagen wir Ihnen das offen. Versprochen.


P. S. Sie haben das Gefühl, dass in Ihrem Betrieb irgendwo Zeit versickert, wissen aber nicht genau, wo? Genau dafür gibt es unseren Zeitfresser-Check: Für 149 € netto durchleuchten wir Ihre Abläufe und zeigen Ihnen, wo die größten Hebel liegen. Beauftragen Sie uns anschließend mit der Umsetzung, wird der Betrag vollständig angerechnet.



DANKE!


Ich möchte mich an dieser Stelle für Ihre Zeit bedanken und hoffe, dieser Artikel konnte Ihnen eine ehrliche Orientierung geben, ob und wann sich eine Unternehmensberatung für Ihren kleinen Betrieb lohnt. Sie haben Fragen oder Kritik? Dann würde ich mich über Ihr Feedback freuen! Nutzen Sie hierfür gerne die anonyme Kommentarsektion. Bis bald und bleiben Sie gesund!


Dieser Beitrag aus der Reihe Tipps für Unternehmer zeigt, worauf kleine Unternehmen bei der Wahl einer Unternehmensberatung achten sollten.



Über den Autor


Johannes Riedl

Johannes Riedl ist Gründer von RIEDL CONSULTING und unterstützt Selbstständige und kleine Unternehmen bei Themen rund um IT, Prozesse, Sichtbarkeit und Finanzen.


Unternehmertum kennt er dabei nicht aus dem Lehrbuch: Neben seiner langjährigen Tätigkeit als Filialleiter im IT-Umfeld baute er im Nebenberuf zwei eigene Unternehmen im Bereich Musik- und Audioproduktion auf – mit Kunden in über 20 Ländern.


Mehr über den Hintergrund von RIEDL CONSULTING erfahren Sie auf unserer Über-uns-Seite.

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